Ein Erlenbaum im Tannenwald.
Wohl an die hundert Jahre alt.
Er steht allein,
doch einsam? Nein.
Denn schau, in etwas Weite
steht der zweite.
Wenn in der Brise ihre Blätter rauschen,
dann kann man ihrer Unterhaltung lauschen:
„So alt wie wir schon sind, mein lieber Vetter,
Da kommt jetzt keiner mehr und macht aus noch Bretter.“
Die Rinde dreht ins Sonnenlicht der zweite:
„Ganz recht, Herr Nachbar, und auch nicht mehr Scheite.“
Die Tannen mit den Zweigen
zu Boden zeigen.
Sie denken still: Und steht ihr noch so hoch
und stolz, am Ende fallt ihr doch.
Freund Martti erklärt mir ein paar Tage später, warum diese einzelnen Erlenbäume so groß und alt werden: Ihr Holz ist weder als Bauholz, noch als Brennholz zu gebrauchen. Warum fällt man sie dann nicht? Weil aus der weitläufigen Wurzel eines gefällten Baumes schon im nächsten Jahr an viele Stellen neue Erlen-Schößlinge emporschießen. Nach ein paar Jahren hätte man auf diese Weise nicht nur einen unnützen Baum, sondern einen halben Wald davon. Also macht der Holzfäller einen Bogen drum. Man läßt sie sich auswachsen und irgendwann vergehen sie.